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TIPPs zur Vorbereitung auf ein PPP-Projekt

Dr. Christian Glock, Bundesverband Public Private Partnership e.V., Leiter Arbeitskreis Management öffentlicher Immobilien im Gespräch mit Dr. Adelheid Weßling, Kommunikation & Kooperation in der Gesundheitswirtschaft


1) Wann bietet sich die Umsetzung einer Gebäudeinvestition über ein PPP-Projekt an?

In der Regel sind Krankenhäuser auf externes Knowhow angewiesen, um ein Bauvorhaben realisieren zu können. Ein PPP-Projekt bietet sich an, wenn Planung, Bau und Betreiberleistungen  gebündelt in einer Hand liegen sollen. Die Finanzierung kommt hinzu. PPP ist jedoch mehr als ein reines Finanzierungsmodell und löst keine Finanzierungsprobleme. Gleich ob ein Krankenhaus seine Innovation über ein PPP-Projekt oder konventionell finanzieren möchte, muss gewährleistet sein, dass es seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Alternativ zur gebündelten Leistungsvergabe kann ein Krankenhaus verschiedene Auftragnehmer mit Teilleistungen beauftragen und die Abläufe selbst koordinieren. Für welchen Weg sich ein Haus entscheidet, hängt sowohl vom Projektumfang als auch von den verfügbaren Kompetenzen ab. PPP-Projekte sind meist erst ab 20 Millionen Euro interessant.

 

2) Anhand welcher Kriterien sollte ein Krankenhaus seine Partner auswählen? 

Qualität, Leistungsfähigkeit, Termintreue und der Kooperationsgedanke sind für den Projekterfolg entscheidend. Oft wird nach dem billigsten Angebot gesucht, da die Häuser Kosten sparen wollen. Ein vermeintlich günstiger Preis geht schnell zu Lasten der Kooperation und Kommunikation während der Umsetzungsphase. Probleme werden zu spät angesprochen, infolge verlängert sich die Projektlaufzeit und das Vorhaben wird teuer als ursprünglich gedacht.

 

3) Wie kann sich ein Krankenhaus vorbereiten? 

Das Wichtigste ist wohl, dass sich ein Auftraggeber seiner Verantwortung für das Vorhaben bewusst ist. Er muss beschreiben können, welche Anforderungen das Gebäude künftig erfüllen soll und in der Ausschreibung benennen, welche Leistungen er von einem externen Unternehmen erwartet. Dies gilt sowohl für konventionelle Projekte als auch für PPP-Projekte. Trotz externer Partner erfordert ein Großprojekt immer auch, dass sich ein Mitarbeiter des Krankenhauses voll damit befasst. Ein Klinikumbau ist kein Nebenjob. Entscheidungsstrukturen und Kommunikationswege müssen geklärt sein, so dass bei Problemen eine schnelle Lösung herbeigeführt werden kann. Der interne Aufwand wird leicht unterschätzt.

 

4) Welche Möglichkeiten der nachträglichen Korrektur bestehen? 

Die Erfahrung zeigt, dass es bei Bauprojekten immer nachträglichen Korrekturbedarf gibt. Eine umsichtige Planung kann nur das Ausmaß mindern. Der Partner braucht daher Spielraum, um mit Änderungen professionell umgehen zu können. Hier liegt aus meiner Sicht der eigentliche Vorteil von PPP-Projekten. Da die Leistungen aus einer Hand kommen und folglich weniger Beteiligte in den Abstimmungsprozess eingebunden sind, lassen sich Korrekturen, die schnell mehrere Leistungsbereiche betreffen, einfacher umsetzen.

 

5) Wie lässt sich der Erfolg des Partnerschaftsmodells messen? 

Die Bewertungskriterien für jedes Projekt sind Budgettreue, Termintreue und Leistungsqualität. Die eingangsgesetzten Ziele müssen aber realistisch sein. Dies betrifft sowohl die Zeitvorgaben als auch die Qualitätsanforderungen in Abhängigkeit vom Stand der Technik und dem zur Verfügung gestellten Budget. Idealerweise sollte es zu einer Win-Win-Situation kommen. Das Krankenhaus sollte überzeugt sein, einen verlässlichen Partner gefunden zu haben, von dem es profitiert.

 

Vielen Dank für das Gespräch!


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Fallbeispiel

Royal Blackburn Hospital in Großbritannien

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