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Viermal Innovationspreis PPP 2014 vergeben!

2014-10-15 PPP-Verleihung

Die "délégation" der Stadt Differdingen reist in bester Stimmung nach Luxemburg zurück. Stadtschöffe Georges Liesch hatte für das Schwimmbad im Sportpark den ÖPP-Oskar, den Innovationspreis PPP 2014, entgegengenommen und freut sich mächtig. "Wir haben festgestellt: Berlin ist eine Reise wert", meint Jürgen Simon. Er leistete als "architecte" seinen Beitrag zum Gelingen des ideenreichen Projektes.

Stolz macht sich auch Christine Schmölzer-Glier, Bauamtsleiterin des Landkreises Hof auf den Weg zurück nach Oberfranken, begleitet von zwei Landräten: dem amtierenden Frank Stumpf, dem der Preis überreicht wurde und seinem Vorgänger Bernd Hering, der das erfolgreiche "energieintelligente" PPP-Konzept zur Renovierung von Gymnasien und Realschulen im Kreis mit angestoßen hat. Natürlich war auch Kreiskämmerer Dietmar Scholz dabei, der weiß, dass sich der Betrieb der Schulen seit Beginn des Interimbetriebs ab 2009 und seit Übernahme in den Schulbetrieb 2009 eindeutig rechnet.

 

Ein modernes System

Zufrieden zeigen sich auch Peter Blaschke, Vorsitzender der Geschäftsführung der BWI Informationstechnik GmbH, Hans-Ulrich Schade, Leiter im Zentrum für Informationstechnik der Bundeswehr und Johannes Nagel, Sprecher der Geschäftsführung der BWI Systeme GmbH. Sie sind wegen HERKULES, dem IT-Projekt zur Modernisierung der Bundeswehr gekommen. Sie erinnern sich, dass zu Beginn vor acht Jahren nicht immer alles ganz einfach war. Doch jetzt hat die Bundeswehr ein modernes IT-System.

Drei Projekte wurden in diesem Jahr mit dem Innovationspreis PPP ausgezeichnet: Gymnasien und Realschulen im Landkreis Hof, das Sport- und Freizeitbad AQUASUD im Parc des Sports in Differdingen/Differdange (Luxemburg) und das Bundeswehr-Projekt HERKULES – BWI Leistungsverbund. Die unabhängige Expertenjury kürte den ehemaligen Leiter der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr, Dipl.-Ing. Josef Poxleitner zur PPP-Persönlichkeit des Jahres 2014 .

Er war verhindert und konnte zur Preisverleihung nicht nach Berlin kommen. Er wird Preis und Urkunde in seiner ehemaligen Wirkungsstätte, der "Obersten" am Franz-Joseph-Strauß Ring in München entgegennehmen.

 

Partnerschaftsmodell - Energiemanagement

Der Innovationspreis wird seit neun Jahren vom Bundesverband PPP – Netzwerk Infrastrukturmanagement und dem Behörden Spiegel vergeben. Die Auszeichnung geht an Vorhaben, bei denen es öffentlichen und privaten Partnern besonders überzeugend gelungen ist, zum beiderseitigen Nutzen gemeinsame Projekte zu realisieren. In diesem Jahr hatte Werner Gatzer, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium die Schirmherrschaft übernommmen.

Das ÖPP-Vorhaben "Schulen im Landkreis Hof" wurde als "besonders erfolgreiches Projekt" ausgezeichnet, das Projekt Sport- und Freizeitbad in Differdingen erhielt den Preis, weil es als "besonders innovativ" bewertet wurde. Das Herkules-Projekt wurde mit dem Sonderpreis "Erfolgreicher IT-Betrieb" bedacht. Josef Poxleitner wurde wegen seines Engagements für die erfolgreiche Entwicklung von ÖPP-Projekten in Bayern geehrt.

Ausschlaggebend für die Preisvergabe nach Hof waren für die Jury vor allem das mit diesem Projekt realisierte "Partnerschaftsmodell Energiemanagement" und die ebenso sorgfältig wie detailliert ausgestaltete Strukturierung der Betriebsphase, die seit 2011 erfolgreich im Regelbetrieb läuft.

 

Bonusregelung und Störmanagement

Bei dem besonderen Partnerschaftsmodell Energiemanagement der Hofer Schulen wurden u.a. sorgfältig die Energieverbräuche und das Nutzerverhalten beobachtet und dokumentiert. Die vorgesehenen Mengen wurden in regelmäßigen Abständen neu festgelegt und die Nutzerprofile angepasst. Sind die Verbrauchsmengen höher als die vorgesehenen Werte, trägt der private Betreiber die Kosten.

Bei Unterschreiten von mehr als 10 Prozent, wird für das optimierte Betreiben vom Landkreis Hof ein Bonus ausgezahlt. Änderungen im Nutzerverhalten, etwa durch Änderungen der Schülerzahlen oder Weiterentwicklungen von elektronischen Medien im Unterricht wird frühzeitig, partnerschaftlich und kalkulierbar Rechnung getragen. Gleichzeitig steht ein effektives Störmanagement zur Verfügung.

Die Bundeswehr hatte in einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung das ÖPP-Projekt HERKULES mit der in Diskussion stehenden Alternative "optimierte Eigenlösung" verglichen und das Ergebnis dem Bundesrechnungshof und dem Bundesfinanzministerium zur Bewertung vorgelegt.

 

Nur per ÖPP realisierbar

Die für die Modernisierung des nichtmilitärischen IT-Betriebes der Bundeswehr notwendigen finanziellen Belastungen konnten vor allem in den Anfangsjahren des Projekts nur durch eine ÖPP-Lösung und die damit verbundene Anschubfinanzierung durch das Industriekonsortium aus IBM und Siemens getragen werden.

Zu den Erfolgsfaktoren des Projektes, die in der Betriebsphase zur Geltung kamen, zählen: die Festschreibung der Kosten, die Entlastung von Personal, u.a. können sich 780 Soldaten wieder auf ihre Hauptaufgaben bei der Bundeswehr konzentrieren, Fortbildung der beteiligten Mitarbeiter der Bundeswehr, deutlich reduzierter Stromverbrauch, Überwachung der Leistungserbringung der BWI-Gesellschaften, Feststellung und Berücksichtigung des Änderungsbedarfs einzelner Leistungen wegen geänderter Anforderungen, entsprechendes flexibles Vertragsmanagement, Anpassung der technischen Spezifikationen an die technische Entwicklung, komplexes Risikomanagement, kontinuierliche Information der Bundeswehr sowie Mitwirkungs- und Eingriffsrechte bei Eintritt bestimmter Ereignisse.

 

Geteiltes Risiko

Das Innovative des Projektes Sport und Freizeitbad in Differdingen bestand u.a. darin, dass sich der öffentliche und der private Partner das Auslastungsrisiko 50 zu 50 teilen. Es handelt sich nicht wie sonst zumeist bei öffentlichen Schwimmbädern lediglich um ein Verfügbarkeitsmodell, bei dem der private Partner nur für den baulichen Zustand und damit die Kostenseite die Verantwortung übernimmt, währen das Betriebsergebnis allein von dem öffentlichen Partner aufgefangen wird.

Schon im Vergabeverfahren wurden die Bieter aufgefordert, ein wirtschaftlich tragfähiges Betriebskonzept als Grundlage für die Risikoverteilung auszuarbeiten.

 

Die Preisträger im Überblick


Kategorie 1 "Erfolgreicher Betrieb"

Landkreis Hof: Realschulen und Gymnasien

Partner:

  • Landkreis Hof
  • Bilfinger HSG FM Südost GmbH

 

Kategorie 2 "Innovatives Projekt"

Differdingen (Luxemburg): Sport- und Freizeitbad „AQUASUD“ im Parc des Sports

Partner:

  • Stadt Differdingen
  • Tralux, Société Générale de Travaux – Luxembourg S.à.r.l.
  • Vert Marine S.A.S.

 

Sonderpreis 3 "Erfolgreicher IT-Betrieb"

Bundeswehr: HERKULES – BWI Leistungsverbund

Partner:

  • Bundesrepublik Deutschland (Bundeswehr)
  • Siemens AG
  • IBM Deutschland GmbH

 

PPP-Persönlichkeit 2014

Josef Poxleitner; Ehem. Leiter der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Quelle: BS/dy

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